„Mister DAX“: Greece has wrong business model, Less competitive than before Euro, Worst is yet to come

FrankfurtFrom cashkurs.com (German)  by Dirk Müller

Wenn es nicht zu einer schnellen Kehrtwende der Rettungspolitik kommt steht genau das zu befürchten. Die Zerreißkräfte innerhalb der Europäischen Union sind gigantisch und die anderen geopolitischen Mächte haben sicherlich nichts dagegen, wenn sich eine gerade entstehende wirtschaftliche Großmacht „Europa“ selbst zerlegt.

Mister DAXNatürlich war es von Beginn an ein Fehler, eine Währungsunion ohne politische (oder zumindest wirtschaftliche) Union einzuführen. Völlig unterschiedliche Steuergesetze, Rentenbedingungen, Lohnniveaus und Unternehmensvorgaben unter eine Währung und einen Leitzins zu pressen, kann nur in der Katastrophe enden. Unterschiedliche Währungen und Zinssätze können hier als Puffer fungieren. Wenn das fehlt, bauen sich wie in einer Erdbebenzonen immer größere Verspannungen auf, die sich ruckartig lösen. Die Vorboten erleben wir gerade.

Griechenland war nach der Währungsunion durch den hohen Euro noch weniger wettbewerbsfähig als zuvor. Das Urlaubsland Griechenland war plötzlich wesentlich teurer geworden als zu Drachmen-Zeiten. Die fehlenden Einnahmen hat man durch höhere Kredite ersetzt. Die waren ja jetzt durch die Einheitszinsen so schön billig, deshalb hatte man ja keinen Druck, sein Geschäftsmodell umzubauen. Dass das nicht lange gut gehen würde, haben die Eurokritiker schon von Beginn an vorhergesagt. Jetzt ist es eben so weit. Die Griechen haben mit diesen billigen Krediten in großem Stil auch bei uns eingekauft. U-Boote, medizinische Ausrüstung, Kraftwerke und so weiter. Daher ist es schon richtig zu sagen, dass wir von dem Euro, seinen Fehlern und dem Fehlverhalten der Griechen profitiert haben. Vorwerfen lassen müssen wir es uns allerdings nicht.

Und jetzt ? Das erste „Rettungspaket“ lautete über 110 Mrd. Euro, jetzt sollen weitere 60 Milliarden nachgelegt werden. Deutschland immer mit 27% vorne dabei. Die extremen Sparpakte, die wir Griechenland als Gegenleistung aufzwingen führen in eine Katastrophe mit Ankündigung. In Athen steht schon jetzt jedes 5 Geschäft leer. Die Erhöhungen der Abgaben und Mehrwertsteuer trifft hauptsächlich die kleinen Einkommen und die Armen, die weder an der Misswirtschaft ihrer Regierung noch an der Selbstbedienungsmentalität griechischer Bonzen Schuld tragen. Aber sie sollen wie immer auf der Welt die Suppe auslöffeln, während die anderen einen Nachschlag Kaviar bestellen. In der Folge steigt die griechische Arbeitslosigkeit durch die Decke – momentan bereits 15% – die Leute gehen auf die Barrikaden, weil sie nicht einsehen, für die „da oben“ geprügelt zu werden. Ein Generalstreik folgt auf den nächsten und die Wirtschaft bricht aufgrund der Steuererhöhungen immer weiter ein. Folglich fallen die Steuereinnahmen noch weiter. In letzter Konsequenz wird entweder die Regierung gestürzt und eine extreme Rechte oder Linke erklärt die Schulden nicht zurückzuzahlen sowie den Austritt aus EU und Euro. Oder die bestehende Regierung beugt sich dem Druck der Straße und zieht die gleichen Konsequenzen. Die Folge wäre ein Kollaps der griechischen Banken und sicherlich einiger anderer europäischer Finanzinstitute mit ungeahnten Folgen. Lehman lässt grüßen. Die dann schwache Drachme lockt auch wieder Urlauber nach Kreta….

Doch bis dahin wird der Euro und mit ihm die gesamt europäische Union zerbrochen sein. Wie Deutschland die garantierten Milliarden dann aufbringen will ist auch noch offen.

Wenn die extremen Sparbedingungen nicht angepasst werden, ist das die unausweichliche Folge.

Die einzig sinnvolle Alternative ist eine teilweise Rücknahme der konjunkturabwürgenden Sparpakete, verbunden mit einer Umschuldung Griechenlands. Dazu gehören eine Verlängerung der Laufzeiten sowie eine Reduzierung der Zinslast. Die griechischen Anleihen sind an den Märkten ohnehin nur noch 70 Prozent des ursprünglichen Betrages wert. Das haben die Banken längst abgeschrieben. Ein Schuldenerlass in dieser Höhe wäre problemlos. Parallel müsste der Umbau des griechischen Wirtschaftssystems (inklusive der Steuergesetze) von Brüssel aus erfolgen. Die griechische Regierung hat bewiesen, dass sie es nicht kann. So könnte Griechenland langfristig zu einem gleichwertigen Mitglied des europäischen Hauses aufgebaut werden. Doch dazu sind die griechischen Politiker sicherlich nicht bereit und offenkundig versteht auch die europäische Politik nicht, welche Katastrophe mit den Sparmaßnahmen heraufbeschworen wird. Jetzt weitere Milliarden nachzuschießen und gleichzeitig neue Sparmaßnahmen zu fordern grenzt an Wahnsinn. Die eigene Geschichte hat uns diese Lektion gelehrt, als Reichskanzler Brüning in den 1930er Jahren in die Wirtschaftskrise hineingespart hat. Ein Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft mit einer Radikalisierung der Bevölkerung war die Folge. Wieso lernen wir nicht aus der Vergangenheit? Ist diesmal wirklich alles anders?

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